Es ist schon wahnsinnig interessant, was in der Nacht so im Kopfe vor sich geht. Leider kann man sich meist nicht erinnern und wenn, dann ist es oftmal wirres Zeug. Um eine Hilfestellung zu geben, gibts ja ganz viele Traumbücher, wobei ich ganz polemisch behaupte, dass sich die Freudsche Traumdeutung sowieso nur auf Sex bezieht. :D
Ich weiß nicht so recht, ob Traumsymbole wirklich teilweise eine eigene Sprache sprechen, die es zu entziffern gibt und man daher bestimmten Symbolen eine “allgemeingültige” Bedeutung zumessen kann. Da ich aber die Gelegenheit for free an ein solches Buch heranzukommen, hab ichs mir mal mitgenommen.

Kommen wir zu meinem gestrigen Traum. Der war bisschen … creepy nicht unbedingt, aber weird.
Ich war in einer Wohnung, die erst über einen, etwas später über zwei Balkone verfügte. Der erste war aber eher so eine Art Wintergarten. Es gab große helle Fenster und in der Mitte war eine breite Verstrebung aus Beton/Steinen. Als ich im Traum auf den Balkon hinaustrat, war es dort totenstill. Jegliches Geräusch, dass davor evtl. noch zu hören war, war weg. Geschluckt, absolut inexistent.
Es waren viele Pflanzen auf dem Balkon zu finden, unter anderem ein Baum, an dem Tomaten wie Äpfel hingen. Nichts regte sich, alles war vollkommen ruhig. Dann gab es noch eine kleinere Topfpflanze, in der ich irgendwas züchten wollte. Später stellte es sich als Paprika heraus.
Als ich mir die breite Verstrebung in der Mitte ansah, sah ich Unmengen an Opa Langbeins daran hängen. Aber nicht in einem pulsierenden Knäuel, wie man das oft sieht, sondern sie waren fein säuberlich über die Wand verteilt. Wie ein Fischernetz aufgereiht. Sie lebten, aber sie bewegten sich keinen Millimeter. Dennoch waren sie verbunden, je zwei Beine aneinander.
Das war mir unheimlich und große Angst vor Spinnen hab ich auch, also zog ich mich zurück und sah mich weiter um. An genauere Einzelheiten erinnere ich mich aber nicht.

Etwas später, ich hatte mich weiter in der Wohnung umgesehen, ging ich wieder zum Balkon und sah, dass in dem Topf mächtig was herangewachsen war. Es waren riesige Paprika. Aber nicht diese roten, sondern längliche, sehr hellgrün/weiße. Sie waren abnormal groß und ich freute mich, und wollte sie nach drinnen nehmen, zeigen. Als ich sie berührte, fing sie an Luft zu verlieren und in sich zusammenzusinken. Als würde sie von jetzt auf eben verfaulen, weil sie nicht einfach zusammenfiel, sondern nebenbei vermatschte. Ich schnappte mir trotzdem eine und ging hinein. Während sie in meinem Armen zusammenfiel (sie lag über beide Arme) -> LL passierte irgendetwas, wodurch ich sie fallen ließ. Ich erinnere mich noch, dass ich wegging und dem liegenden Etwas nachsah und dann war der Traum zu Ende.

Klingt komisch, oder?
Mal schauen was das Buch sagt

Stille: Allgemein: Nimmt der Träumende in seinem Traum bewusst wahr, wie still es ist, zeigt dies, dass er seine Aktivitäten eine Weile ruhen lassen muss, vll. um sein emotionales oder sprituelles Gleichgewicht wiederzufinden Psychologisch: Das Bedürfnis nach Stille in einem Traum gibt einen Hinweis, dass der Träumende im Wachzustand seinem Selbst oder anderen besser zuhören muss.

Spinne: Zusammenfassend gesagt: sie steht für das Künstlerische im Träumenden. Wenn man sich überlegt, auf welche Art sich die Spinnen präsentiert haben, war das nicht mehr nur ein Wink mit dem Zaunpfahl, die haben gleich das ganze Zaunelement genommen und mir an Kopp geknallt ^^ Bleibt die Frage: was sagt mir das? Überschäumende Kreativität? Wie passt das in den Kontext des Traumes?
Hab jetzt Mal Netz nachgeschlagen, weil die Spinnen das ja formten. Hier steht, dass sich der Träumende in einem Schema oder einer Situation eingesperrt/gefangen fühlt. Man sitzt in der Falle. Problem am letzteren: Das Netz schloss sich nicht um etwas. Es hing nur dort.

Gärtnern: Pflegt der Träumende selbst in einem Traum einen Garten, heißt dies, dass er liebevoll für sich selbst sorgt. Alle Pflanzen in der Seele müssen gleichermaßen gepflegt und von Unkraut freigehalten werden.

Wenn man das mal zusammenfassend sieht, ist die Grundaussage, dass ich mich um mein Seelenheil kümmern sollte.
Aber was machen die Spinnen dazwischen? Dass sie ein Hilfsmittel darstellen? Künstlerische Entfaltung zur Verarbeitung?

Ist das Zufall, dass die Symbole so stimmen, so viel aussagen, oder besitzt, wie im Buch mal erwähnt wurde, der Traum eine eigene Sprache? Eine grundlegende Sprache, die allen zu Eigen ist?
Hm.
Ist alles was mir dazu einfällt.

Hm.

Ps.: mir ist noch was eingefallen.
Es gab da noch einen Baum. Der stand genau vor den Spinnen. Es war ein lebender Baum, aber er sah eher aus wie ein stilisierte japanischer Kirschbaum. Es hatte die Größe eines Bonsaibaumes. Sein Stamm und seine Äste waren glatt und glänzend und völlig schwarz. Außerdem waren sie verschlungen und “gekringelt”. Blätter besaß der Baum keine, oder sie waren für mich nicht sichtbar. Er besaß aber einige Blüten. Sie waren weiß, mit einem rosa Stich und hatten nicht mehr als fünf Blütenblätter (gehört sich glaube auch so)

Das Buch sagt, ein verschlungener, großer Baum steht für eine chaotische Persönlichkeit. Passt auch wieder, wenn man die Größe mal außer Acht lässt…