Eve Green

It's not easy being green

über den Kopf hinweg

Schon vor einer Weile schrieb Tux folgendes in einem Kommentar:

Was ich mich schon seit einigen Wochen immer wieder frage: Was wird der Junior in 10 oder 15 Jahren sagen, wenn er in irgendeinem Archiv diese Blog-Einträge findet?

Ich fand in dem Alter diese ganze “ach, was warst Du als Baby süß”-Nummer extrem lästig und peinlich. Und daran hat sich bis heute nichts wesentliches geändert.

Was Du über Dich in die Öffentlichkeit stellst, ist ganz alleine Deine Entscheidung. Wenn Du das mit Freunden, Bekannten und Verwandten machst, hast Du im Allgemeinen deren Einverständnis, wenn nicht ausdrücklich, dann wenigstens stillschweigend.

Nur Dein Junior ist im Moment nicht in der Lage zu beurteilen oder gar mitzuteilen, was und wie viel von ihm der Öffentlichkeit zur Schau gestellt werden soll. Daher mußt Du die Entscheidung für ihn treffen. Und die sollte gut überlegt sein, das Internet vergißt nichts. Das haben schon ganz andere lernen müssen.

Ich ganz persönlich wäre nicht damit einverstanden, dass meine Eltern meine Baby-Fotos und Baby-Geschichten ins Internet stellen. Weder jetzt noch damals (auch wenn es damals WWW und erst recht Blogs noch nicht gab).

Das mal so als kleiner Denkanstoß.

Tux2000

Ich habe lange darüber nachgedacht und seither auch nicht mehr wirklich über den kleinen Mann berichtet. Ich wollte erst mein Statement schreiben und danach ggf. weitermachen. Es ist ein recht schwieriges Thema, denn Johann kann mir noch nicht sagen was er will und was nicht. Und so versuche ich mich mal zu erklären. Vielleicht kommt auch alles ein bisschen ungeordnet, denn ich werd einfach mal meine Gedanken laufen lassen ^^

Steven sagt dies ist ein Blog über mich und mein Leben, zu dem Johann einfach dazugehört. Zu seiner Geburt damals hab ich mich mit Steven abgesprochen, ob und inwieweit wir über Johann berichten wollen. Über die Schwangerschaft hatte ich mich ja entsprechend ausgelassen ^^ und die Niederkunft wurde mit Spannung erwartet.
Im Gegensatz zu anderen Blogs, in denen es sich komplett nur um das Kind oder die Kinder dreht, ist die Berichterstattung nur ein Teil und auch nur dann wenn es was berichtenswertes gibt. Dinge, für die sich Johann schämen müsste schreibe ich nicht, auch wenn es mir manches Mal auf der Zunge lag. So gibt es z.B. ein lustiges Foto, dass aber erst seine Freundin zu Gesicht kriegen wird 😆 oder aber ein paar lustige, aber für ihn sehr peinliche Sachen. Das ist was fürs Gedächtnis und der ersten Tasse Kaffee mit der Freundin 😆 😆 Wir sind böse Eltern. Das sagen wir jetzt auch alles nur ^^ Wir haben ihn ja auch nicht Johann Ernst K. genannt, so wie in einem lustigen Moment angedacht.

Ein weiterer Punkt für das Weiterschreiben sind die entfernter wohnenden Verwandten, die hier durchaus mitlesen. Blogs (ich beziehe mich z.b. auf Au-Pair-Blogs) haben ja z.B. die “Massenmails” abgelöst.
Bzgl. der Crawlbarkeit von Bildern über Johann hab ich mir auch Gedanken gemacht. Die hier im Blog erscheinen sind davon ausgenommen, aber die in der Fotogalerie sind meiner logischen Überlegung nach nicht für Bots erreichbar. Realisiert hab ich das durch eine komplette Datenbankabfrage, die keine wirklichen Links erzeugt. … Hört sich kompliziert an, bei Interesse kann ich das noch mal genauer Erläutern.

Der wichtigste Punkt in der ganzen Überlegung ist Johann. Was könnte er dazu sagen?
Man muss dabei auch überlegen wie er aufwächst. Es gibt heutzutage zwei Lager (mal reines schwarz-weiß-Denken): diejenigen, welche ihr gesamtes Leben im Internet ausbreiten und diejenigen, die alles tun um anonym zu sein. Wie man an meiner Seite sieht gehöre ich wohl eher zur ersteren Fraktion. Wobei: ist diese Seite zu sehr Stripteaseartig? Jedenfalls: Johann und auch die meisten Kinder wachsen in einer offenen Gesellschaft auf. Die Anmeldung in allen verfügbaren SN’s (Sovial Networks) gehört quasi zum guten Ton und die Größe der Freundesliste bestimmt die soziale Stellung. Ich hoffe zwar, dass Johann nicht jeden Trend mitmachen wird, allerdings denke ich, dass auch er offen gegenüber dem Medium Internet und seiner Handhabung eingestellt sein wird.

Wenn Johann irgendwann zu mir kommt und sagt dass ihm die alten Sachen peinlich sind (derzeit lacht er wenn er ein bekanntes Gesicht auf Foto sieht), dann werde ich sie mit einem Passwort versehen oder ganz vll. sogar löschen (das kann ich mir grad nicht vorstellen).
Aber gerade aufgrund der Nicht-ständigen-Berichterstattung über seine Entwicklung, die auch noch Wert darauf legt nicht peinlich zu sein, finde ich, dass das okay ist.
Es geht ja wie oben schon gesagt nicht nur um ihn, sondern um seinen Anteil an meinem Leben.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *