Eve Green

It's not easy being green

#parentinggoals

Eigentlich wollte ich dem Kind (9) nur kurz den Unterschied zwischen grafischen Betriebssystemen und Kommandozeilen-Betriebssystemen erklären und dabei sind wir über künstliche Intelligenz bei der Frage nach dem Bewusstsein und was Leben ausmacht gelandet und endeten dann bei der Frage nach der Seele und wo sie nach dem Tod hingeht.

Nachdem nun sein Kopf raucht die Fragen in Kurzform auch mal hier:

  • Wann IST man?
  • Was macht etwas Lebendiges aus?
  • Kann eine Maschine leben? Was müsste erfüllt sein, damit man es Leben nennt?
  • Würde ich mein Gehirn exakt nachbauen, mit allen darin enthaltenen Informationen und den Verknüpfungen untereinander; wäre mein Bewusstsein gedoppelt?
  • Wenn nein, wohnt dem Körper eine Seele inne?
  • Wo geht sie nach dem Tode hin?

One response to “#parentinggoals”

  1. S. says:

    Hallo Eve, mal eine Antwort auf Frage 4 (die ich gerade am interessantesten finde): Nehmen wir einmal an, es ist so, dass ein kompletter Nachbau des physischen Substrats Deines Gehirns tatsächlich ein Bewusstsein hervorbringt (es also keiner nichtphysischen Verursachung bedarf). Also zum Zeitpunkt t1 bestehen zwei identische Gehirne von Eve (der Vollständigkeit halber müsste man wahrscheinlich den Rest des Nervensystems noch mitkopieren). Dass keine dauerhafte Bewusstseinsdopplung besteht, dürfte klar sein (sonst hätten Zwillinge jederzeit ein gedoppeltes Bewusstsein). Wie sieht es aber exakt zum Zeitpunkt t1 aus? Ehrlich gesagt, glaube ich, dass die Antwort auf diese Frage keine große Relevanz hat. Aus zwei Gründen: Es ist über alle möglichen Welten hinweg denkbar, wenn auch statistisch seeeeeeeeeeeeeeehr unwahrscheinlich, dass dieses Phänomen (exakt gleicher physikalischer Zustand zweier Gehirne/ZNS zum Zeitpunkt t) auch ohne ein eingreifendes “Kopieren” entsteht. Dann würdest Du auch nicht auf die Idee kommen, dass Dein Bewusstsein jetzt gedoppelt war oder nicht – im Gegenteil, es könnte sogar zum Streit kommen, wessen Bewusstsein das “Original” ist – man kennt das von pubertierenden Mädchen: “Du kopierst mich!” – “Nein, Du mich!”. Zum Zweiten setzt Bewusstsein, wie wir es annehmen, immer ein Erleben voraus, und deshalb kann man es mit unserem Erkenntnisapparat gar nicht entscheiden, ob die beiden Bewusstseine das Gleiche erleben oder nicht. Nicht nur, weil t1 zu kurz ist, um ihn bewusst wahrzunehmen, sondern auch, weil es zum Bewusstsein einen privilegierten Zugang gibt, der die Vergleichbarkeit ausschließt.

    Fazit: Die Antwort auf die Frage nach der Möglichkeit von “Strong AI” hilft uns nicht, die existenziellen Fragen der Menschheit zu lösen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *