Habt ihr früher ein Tagebuch geführt? Führt ihr noch heute eines?
Mit Tagebuch meine ich hier ein privates Schriftstück, in digitaler oder analoger Form, dem tiefste Gedanken mitgeteilt werden, ohne sie mit anderen zu teilen. Jedenfalls keiner breiten Öffentlichkeit.
Als junges Mädchen hab ich eins geschrieben, mir sogar selbst eine Art Buch zum schreiben (aus Backpapier) gebastelt. Mit Kordel zum verschließen. Irgendwann war ich aber von meiner eigenen, ewigen Leier angenervt und hab es sein lassen. Es störte mich außerdem, dass ich so lange zum Schreiben mit der Hand brauchte, während die Gedanken schon ganz woanders waren.
Außerdem wurde mein Buch irgendwann mal von jemandem gelesen, der sich sogar erdreistete, eigene Kommentare anzumerken. Was für ein Vertrauensbruch.
Irgendwann hatte ich dann einen Computer und tippte in Worddokumente.
Das war schon besser, allerdings störte mich hier irgendwann, dass ich nicht regelmäßig schrieb und dann meiner eigenen Ordentlichkeit zuliebe erst mal lange ausholen musste um die Entwicklungen zu erklären. Es störte mich auch, dass ich immer nur dann schrieb, wenn es mir nicht gut ging. Es war also eine Ansammlung von Jammereien.
Nun hatte ich mir aber nie verboten ein Tagebuch zu schreiben, sondern es irgendwann einfach sein gelassen. Ab und an unternahm ich dann und wann einen Versuch bzw. tippte mir einfach alles von der Seele. Egal, ob es noch mal angefasst würde. Verloren gegangen ist aber trotzdem nicht.
Und in dem Zusammenhang finde ich es äußerst interessant, wenn man solche Schriften aus der nahen Vergangenheit wiederfindet und seine Gedanken zu einem Thema lesen kann. Wie man sich erinnert und gleichzeitig darüber nachdenkt, wie sich die eigene Meinung dazu inzwischen verändert hat. Oder vll. bestätigt?
Würde man öffentlich zugeben, dass man regelmäßig Tagebuch führt, würde man sicher belächelt werden. Ich finde aber, dass diese Konservierung ein unschätzbaren Wert zur Selbstreflektion bietet.
Was meint ihr?
Ich find das auch ein gutes Mittel zur Verarbeitung und schreib auch nur, wenn mir so ist 🙂 Das Ganze kann man auch verschlüsseln.
Ich habe früher auch mal geschrieben, wenn ich dies heute noch einmal lesen würde, dann würde es mich wahrscheinlich schütteln. Aber ab und an sollte man dies wirklich mal machen. Man kann es ja wieder löschen. Aber es gibt eben immer Gedanken, Dinge, die man einfach mal aufschreiben will, aber mit denen man mit niemanden drüber reden möchte.
Hey auch ich habe früher mal Tagebücher geführt…habe es allerdings irgendwann aufgegeben da ich in zu unregelmäßigen abständen zum schreiben kam, und dann so viel damit zu tun hatte das es mich irgendwann generft hat …;-) trotz allem kann ich sagen das es hilft, erlebtes nochmal von einem anderem standpunkt zu betrachten, um es dann leichter zu verarbeiten.
Beste Grüße
Sascha
Hallo liebe EveMaus,
That’s it – mir geht es da genau wie dir. In den Weiten meiner Schränke findet sich immer irgendein Buch mit ein paar Seiten Gejammer. Manchmal fällt mir eins in die Hand und längst verdrängte Gedanken sind plötzlich wieder präsent.
Eine schöne Idee ist ein positiv-Tagebuch, denn selbst im größten (Selbstmit)leid gibt es Dinge die schön sind. Ich halte wenig von Ablenkung, aber es ist gut dankbar zu sein, für die Dinge die man hat und nicht immer daran zu denken was einem fehlt.
ich drück dich aus Hamburg! :love: